Marathon Valley

Ende Juli 2015 ging es weiter hinab ins Marathon Valley und Opportunity nahm eine Reihe von Farbfotos der Region auf:
 
Wegstrecke bis Sol 4096
Abb. 1: Wegstrecke bis Sol 4096, dem 02. August 215 (Quelle: Phil Stooke von UMSF)
Sol 4087 Sol 4087
Abb. 1a,b: Sol 4087 (24.07.2015) Blick nach Norden  
Sol 4094 Sol 4094
Abb 2a,b: Sol 4094 (31.07.2015)
 
Sol 4092 Sol 4090
Abb. 3: Sol 4092 (29.07.2015)
Abb. 4: Sol 4090 (27.07.2015). Blick talwärts hinab in den Endeavour-Krater mit seinen Sanddünen

Opportunity bereitet sich langsam auf den nächsten Winter vor, bei dem er wie in den Vorjahren eine nach Norden geneigte Fläche aufsuchen muss, um sich optimaler zur tiefer stehenden Sonne ausrichten zu können. Deshalb wird der Rover nach der Untersuchung der Regionen am Nordrand des Marathon Valley den Südrand des Tales aufsuchen, um dort eine geeignet nach Norden zeigende Fläche zu finden.

Die Energiewerte für Opportunity wurden allmählich etwas schlechter, das Marsjahr schritt voran und Opportunity ging langsam auf den nächsten Winter zu. Es gilt: je größer der τ - Wert, desto schlechter, dunkler und negativer sind die Lichtverhältnisse für den auf Sonnenlicht angewiesenen Rover. Die Lichtdurchlässigkeit der Solarpaneele wird hauptsächlich durch auf ihnen abgelagerten Staub aus der Luft bestimmt. Alles über etwa 360 Wh/Sol ist optimal für die Energieversorgung von Opportunity und erlaubt volle Aktivität: 

  τ - Wert Änderung Wh/Sol Lichtdurchlässigkeit Paneele Fahrstrecke
Sol 4055 (21. Juni 2015) 0.797 - 477 64.4 % 42370 m
Sol 4064 (30. Juni 2015) 0.725 + 465 62.8 % 42370 m
Sol 4079 (15. Juli 2015) 0.634 + 421 61.2 % 42450 m
Sol 4084 (20. Juli 2015) 0.645 - 432 60.7 % 42480 m
Sol 4092 (29. Juli 2015) 0.695 - 424 61.1 % 42480 m
Sol 4098 (04. August 2015) 0.639 + 431 61.4 % 42510 m
Sol 4105 (11. August 2015) 0.736 - 420 60.8 % 42510 m
Sol 4112 (18. August 2015) 0.650 + 416 59.7 % 42510 m
Sol 4119 (25. August 2015) 0.652 - 404 59.0 % 42510 m

Am 18. Juli 2015 versuchte man noch einmal nach dem Dezember 2014, das defekte Flash-Memory wieder in Betrieb zu nehmen und bootete den Rover erneut unter Einbeziehung des Flash-Speicherbausteins. Es traten aber die bekannten Amnesie-Events wieder auf, bei der Opportunity abends die während des Tages gesammelten Daten, die nicht mehr bis zum Einbruch der Nacht zur Erde übermittelt werden konnten, beim Kopieren in den Flash verlor. An Sol 4085, dem 21. Juli 2015, wurde diese Einstellung daher wieder rückgängig gemacht. Ab dann gingen also wieder alle nicht zur Erde übermittelten Daten bei der nächtlichen Roverabschaltung komplett verloren.

Aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit verschob sich der abendliche Datenübermittlungsvorgang mit den überfliegenden Orbitern weiter nach hinten, sodaß Opportunity länger aktiv bleiben musste, um die während des Tages aufgenommenen wichtigsten Daten zur Erde zu schaffen. Dies ging auf Kosten der Batterien, die wegen der allmählich sinkenden Sonnenständen weniger Aufladeperioden zur Verfügung hatten. Deshalb wurden Anfang August 2015 einige Sols mit verminderten Aktivitäten zur Aufladung der Batterien eingeschoben, bevor der Rover am 3. August (Sol 4097) weiter hinein ins Marathon Valley hineinfuhr.

Während des bevorstehenden Winters wird Opportunity vermehrt Daten mit dem täglich etwas früher als Mars Odyssey überfliegenden Mars Reconnaissance Orbiter austauschen, um die Batterien schonen zu können. Außerdem werden Pausentage zur Aufladung der Batterien eingeplant. Am 20. August 2015 (Sol 4114) wurde das Rock Abrasion Tool (RAT) auf einem Messpunkt "Pvt. Robert Frazer" eingesetzt, bei dem es zu einer Fehlfunktion des am Probenarm angebrachten Instrumentes kam.

Gegen Ende des Monats August 2015 näherte sich die tägliche über die Solarpaneele aufnehmbare Energie der 400 Wh-Grenze pro Sol, bei der erste Stromsparmassnahmen vorgenommen werden. Je tiefer die Sonne am Standort des Rovers nach Norden wandert, desto weniger Energie kann über die Solarpaneele produziert werden. Bald wird während des Winters am Endevour-Krater Opportunity sich eine nach Norden geneigte Fläche suchen müssen, um stillstehend den Winter bei stark verminderten Aktivitäten aussitzen zu können.

 
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