Asteroiden und Kometen

Das Sonnensystem besteht nicht nur aus Planeten und Monden, sondern es gibt Millionen von kleineren Himmelskörpern, die ebenfalls um die Sonne kreisen. Insbesonders im Gebiet jenseits des Mars kreisen  die Hauptmasse aller Asteroiden und Kometen um die Sonne.

Das folgende sehr schöne YouTube Video von Scott Manley zeigt besonders eindrucksvoll den Erkenntnisgewinn über die Asteroiden und Kometen des Sonnensystems in den zwanzig Jahren seit 1980, wo man mit der systematischen Ausforschung des Himmels in dieser Richtung begann. Zu sehen sind die vier inneren Planeten des Solsystems, Merkur, Venus, Terra und Mars in ihrem Orbit um die Sonne. Die Farbe der georteten Asteroiden zeigt, wie nahe sie auf ihrer Bahn dem inneren Solarsystem kommen: Erdbahnkreuzer sind rot, die der Erde bis auf 1.3 AU nahe kommenden gelb, und alle anderen grün gezeichnet.
 
 
 
Die meisten Asteroiden wurden in den Anfangsjahren seit 1980 in der Richtung weg von der Sonne nach außen gerichtet entdeckt und vermessen. Man bemerkt möglicherweise auch die gleichzeitig entdeckten Gruppen von Entdeckungen in der Linie zwischen Erde und Jupiter, die registriert wurden bei der Analyse der galileischen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Ab Mitte der 1990er Jahre wurden der Himmel systematisch vermessen und die Anzahl der Entdeckungen nahm rapide zu. Mit der WISE-Mission (Widefield Infrared Survey Explorer) wurden ab Beginn des Jahres 2010 auch die Richtungen senkrecht zum Erde-Sonne Vektor erreichbar. Zur Zeit kennt man die Bahn von etwa einer halben Million Kleinplaneten und das Video macht klar, dass die Gelegenheit für weitere Entdeckungen so bald nicht ausgehen wird. Die Orbitalemente in diesem Video hat der Autor Scott Manley der 'astorb.dat' Datenbank von Ted Bowell bei http://www.naic.edu/~nolan/astorb.html entnommen, die Musik ist  "Dance Monster" von Kevin McLeod.

Trotz dieser gigantischen Anzahl von entdeckten Asteroiden sind erst eine verschwindend kleine Anzahl von ihnen durch Raumschiffe aus der Nähe erforscht worden (Credits: Emily Lakdawalla):

besuchte Asteroiden
Emily Lakdawalla von der Planetary Society hat in ihrem Blog das schon bei Rosettas Vorbeiflug an Steins kreierte phantastische Bild aller bisher von terranischen Raumschiffen besuchten Asteroiden und Kometen um den zuletzt besuchten Kandidaten Lutetia erweitert (Originalveröffentlichung siehe hier, Credits: Emily Lakdawalla). Es sind jetzt insgesamt 14 Asteroiden und Kometen von ganz klein bis ganz groß besucht worden, davon ist Lutetia der weitaus größte.

Hier zum Vergleich Emily Lakdawallas Größenvergleich der bis Ende 2010 im nahen Vorbeiflug passierten Kometen:

Größenvergleich der Kometen mit Nahvorbeiflügen
Größenvergleich der fünf bisher von menschlichen Raumschiffen besuchten Kometen im Sonnensystem. Die Größenverhältnisse sind korrekt wiedergegeben. (Credits: Emily Lakdawalla von der Planetary Society. Originalveröffentlichung ist hier).

Hier eine Auswahl der in den letzten drei Jahren besuchten Asteroiden mit einigen weiteren Details. Die rot geschriebenen Asteroiden werden in der nächsten Zukunft besucht werden, während Apophis der Erde 2029 so nahe kommen wird, dass er direkt von ihr aus vermessen werden kann:
 
Apophis Steins Lutetia Vesta
Apophis Steins Lutetia Hartley2 Vesta
Toutatis Tschurjumov-Gerasimenko Ceres    
Toutatis Tschurjumov-Gerasimenko
Ceres 02/2015    

Betrachtet man die "Asteroidenwolke" um die Sonne so ist einerseits klar, warum es auf dem Mars so viele Krater gibt (Nähe zum Asteroidengürtel, dünne Atmosphäre mit wenig Verwitterung) und andererseits ebenso selbstverständlich, dass die Erde im Trefferbereich dieser Kleinstplaneten liegt. Die Forschung hat die Überreste vieler solche Einschläge auf der Erde festgestellt. In der Entwicklung der Menschheit in den letzten 50.000 Jahren war dabei glücklicherweise kein so gravierender Einschlag dabei, der mit seinen Auswirkungen das menschliche Leben auf der Erde hätte auslöschen können.

Es gibt jedoch einige  Asteroiden, neben dem oben bereits erwähnten Apophis, die mit einem gewissen Gefahrenpotential für die auf der Erde lebenden Menschen ihre Kreise ziehen und die auf der sog. Turiner Skala (siehe auch hier), die von 0-10 reicht, eine Einstufung größer als 1 hatten oder noch haben. Nahe Begegnungen mit der Erde erhalten nach dieser Skala Werte von "2" bis "7", sichere "Treffer" bekommen die Werte "8" bis "10" - je nachdem ob der Einschlag nur lokale, regionale oder aber globale Verwüstungen zur Folge haben wird. Bei Stufe 10 dürfte für die Erde das letzte Stündlein geschlagen haben. Bisher ist jedoch kein Asteroid über den Wert "1" hinausgekommen, lediglich Apophis hatte zeitweise eine Einstufung von "4" und ist für die erdnahe Begegnung im Jahre 2036 immer noch nicht ganz im grünen Bereich:
 
Name mögliches Trefferdatum Durchm. Turiner Skala Orbit Anmerkung /
Trefferwahrscheinlichkeit
2012 DA14 15. Februar 2013 45 m 0 2012 DA14 Vorbeiflug in 24.000 km / 0.01 %
2009 KK 29. Mai 2022 270 m 1 2009 KK ungenaue Bahndaten  /
 0.012%
Apophis 13. April 2029 300 m 1 Apophis 2029 Vorbeiflug in 30.000 km /
< 0.01%
  13. April 2036  300 m 4 Apophis 2036 ungenaue Bahndaten /
??
2011 AG5 05. Februar 2040 140 m 1 2011 AG5  ungenaue Bahndaten / 0.16 %
2007 VK184 03. Juni 2048 130 m 1 2007 VK184 ungenaue Bahndaten /
 0.034%
2000 SG344 02. Mai 2069 37 m 0 2000 SG344 ungenaue Bahndaten /
0.2%
2004 VD17 04. Mai 2102 580 m 2 2004 VD17 Bahnbestimmung 2006 /
< 0.01%
1950 DA 16. März 2880 1100 m 1 1950 DA genaue Bahndaten /
0.33%
2013 TV135 26. August 2032 400 m. 1 2013 TV135 0.1 %
Liste (Stand: Herbst 2013) der potentiell für die Erde gefährlichen Asteroiden mit einer zeitweisen Einstufung auf der Turiner Skala von größer als Null.

Die Orbitaldaten können auf Nasa Near Earth Objects Seite selbst angeschaut werden. Hier gibt es auch die in der Tabelle verlinkten Orbitaldiagramme als Flashanimationen, die sehr schön die dynamischen Gegebenheiten zeigen. Bei diesen Diagrammen ist anzumerken, dass sie nur jeweils den aktuellen Bahndatenstand enthalten und für weitere in die Zukunft gerichteten Zeiten nur ungenaue Ergebnisse zeigen.